Holomento – frisches roguelite 3D Adventure RPG – Early Access (p)Review – Test

Holomento ist ein Permadeath roguelite RPG, indem wir nach und nach über mehrere Charaktere die Welt wieder aufbauen

Holomento - roguelite 3D Adventure RPG - Early Access (p)Review - Cover
Holomento – roguelite 3D Adventure RPG
Early Access (p)Review – Cover

Am 27. April 2022 erschien Holomento auf Steam und bei GOG im Early Access. Was ist Holomento für ein Spiel, wie weit ist die Entwicklung und vor allem, macht es Spaß? Das erzähl ich Dir in diesem Kurz-Preview der Early Access Version. Holomento wird vom Indie Solo-Dev Sean Weech entwickelt, mit leichter Unterstützung vom deutschen Studio Deck13 (bekannt durch The Surge).

English Version:

Switch Dark / Light Mode:


In Holomento erstellen wir uns einen Charakter, leider momentan immer männlich und gesichtslos, erkunden die Welt und verprügeln eine Menge Skelette, Ratten, Wölfe, Ritter und viele weitere Gegner. Dabei schalten wir nach und nach Tore frei, sammeln Ressourcen, mit denen wir die zerstörten Ortschaften im Land wieder aufbauen oder investieren unser gesammeltes Gold in verschiedene Läden. Aber, wenn wir sterben, dann ist unser Charakter wirklich tot.

Holomento – Roguelite RPG – Baue eine Welt wieder auf

Denn in Holomento gilt Permadeath, jeder Fehler, jeder Sturz von einer Klippe, jeder missglückte Kampf gegen einen Boss oder eine unglücklich ausgelöst Falle in einem Dungeon kann das wirkliche Ende unseres Helden sein. Diese Bedrohung lässt uns etwas vorsichtiger zu Werke gehen.

Allerdings ist damit nicht wirklich alles verloren. Denn auch wenn unser Charakter gelöscht wird und wir neu anfangen müssen, bleiben durch das roguelite System doch einige Dinge erhalten und werden von Spiel zu Spiel weiterentwickelt. So sammeln wir Ressourcen, um Dörfer wieder aufzubauen, und alles Ressourcen, die wir einmal abgegeben haben, bleiben dort im Dorf. Wenn wir ein Dorf wirklich wieder renoviert haben, dann bleibt es auch in diesem Zustand. Wir schalten neue Startpunkte frei, wir schalten zusätzliche Charakterklassen und Waffengattungen frei und diese Errungenschaften stehen dann für unseren neuen Helden gleich von Anfang an zur Verfügung.

Und damit sterben wir vielleicht immer mal wieder, aber die Welt von Holomento an sich, die wird sich ständig weiter entwickeln. Schließen wir bestimmte Gegenden erfolgreich ab, öffnen sich Abkürzungen und Tore, und diese bleiben. Ich fand dieses System zuerst irritierend, aber je länger ich gespielt habe, desto mehr gefiel mir dieser ungewöhnliche Ansatz.

Charakter-Entwicklung, Ausrüstung und Skills

In Holomento steigen wir, wie sich das für ein Rollenspiel gehört, in Leveln auf, wenn wir eine Reihe Gegner abgefertigt oder Quests erledigt haben. Im Laufe der Zeit können wir 6 Charakterklassen freischalten. Unser erster Held beginnt als Wanderer und dann bekommen wir später Zugriff auf Ranger, Knights und weitere Archetypen.

Unser Held wird durch Grundwerte wie HP, Angriffstempo, Schaden, Lauftempo, Reichweite und Streuung definiert. Diese Werte verbessern sich vor allem durch die Ausrüstung, die wir anlegen.

Jeder Charakter kann Nahkampf, aber auch Fernattacken mit magischen Schüssen. Es gibt dabei zwar verschiedene Waffengattungen, aber diese unterscheiden sich mehr in Tempo, Reichweite und Streuung, nicht ob sie so sehr, ob wir damit hauen oder schießen, denn das geht beides, wobei ich nicht weiß, wie das mit dem Bogen aussieht, den hab ich noch nicht probiert.

Jeder Char kann also magische Schüsse auf seine Gegner abfeuern. Das Element dieser Projektile, die Art und Menge, wird durch die Ausrüstung festgelegt, die wir finden können. Hier gibt es Zauberbücher oder magische Handschuhe in Kisten oder bei toten Gegnern und man kann sie auch manchmal in Läden kaufen.

Eine Besonderheit von Holomento ist, dass unsere Ausrüstung ebenfalls in Leveln aufsteigt. Finden wir eine Hose von der gleichen Art, wie wir sie bereits anhaben, können wir die neue sozusagen auf die alte drauf stapeln. Diese bekommt dann dadurch Erfahrung und steigt in Leveln auf, wodurch sich ihre Werte verbessern. Unsere Waffen bekommen auch Erfahrung dafür, dass wir sie benutzen, genau wie wir selbst.

Direkte Skills haben wir nicht, aber wir können magische Gegenstände finden, die uns besondere Fähigkeiten verleihen. So hatte ich bei einem Durchgang zum Beispiel einen Ring, mit dem ich mich alle 30 Sekunden kurz in eine Eiswolke verwandeln konnte und so zum Beispiel einer Gegnerhorde entkommen konnte, die mich umzingelt hatte. Vermutlich gibt es hier noch viele weitere Effekte zu finden, aber ich hatte da noch nicht soviel Glück. Oder eventuell muss man auch erst die Läden weiter ausbauen, oder ähnliches.

Kampf, Gegner, Dungeons und Herausforderungen

Holomento hat eine bisher noch recht eingeschränkte Palette an Gegnern. Dies beginnt mit Skeletten, Ratten und Wölfen, geht über Soldaten und Ritter in meistens dunklen Rüstungen und geht weiter mit Elementargeistern verschiedener Elemente wie Feuer, Wasser, Dunkelheit. Um hier etwas Abwechslung in die Sache zu bringen, gibt es diese Gegner auch in unterschiedlichen Größen.

Immer wieder gibt es sogenannte “Riesen”, hier treffen wir dann auf ungefähr 3- bis 5-mal so große Varianten der gleichen Gegner, die mehr HP haben, und auch dann besondere Attacken ausführen. Denn ein Riesenskelett stampft uns dann auch mal einfach mit einem Hackentritt direkt auf den Kopf. Diese Riesen können so auftauchen, manchmal sind sie aber auch fest gescriptet an bestimmten Orten und Boss-Arenen platziert und dann gibt es meistens auch extra Kisten als Belohnung.

Auch die Art der Waffen und Attacken ist noch relativ begrenzt. Es kann aber sein, dass man durch Freischaltungen diese Auswahl noch stark erweitern kann, aber nur wenn man entsprechend viel gespielt hat. Man hat eine Ausweichrolle, die einen oft den Hals retten kann, ich fand sie sogar etwas overpowert, denn wenn man geschickt umher rollt, kann man den meisten Schaden vermeiden, und das, ohne dass die Ausdauer wirklich verbraucht wird dabei.

Generell ist das Kampfsystem nicht langweilig, aber bisher noch nicht so richtig gut gebalanct. Die meisten Gegner sind reines Kanonenfutter und stirbt ohne jemals Schaden zu verursachen. Selbst Riesen und Bosse lassen sich meistens sehr gut mit Ausweichrollen und ein wenig Kiten (rückwärts weglaufen und dabei schießen) erledigen. Wenn ich mal gestorben bin, war das meistens die Folge eines Sturzes, nicht durch zu starke Prügel.

Regionen, Quests und Aufgaben

Es gibt eine “Hauptaufgabe” in Holomento, die besteht immer daraus, dass wir eine magische Lichtsäule erreichen sollen, die wir von fast überall auf der Welt sehen können. Allerdings müssen wir dazu durch zahlreiche Regionen reisen. Hier gibt es Graswiesen, Wälder, Wüsten, Eislandschaften und alles angefüllt mit unterschiedlichsten Pflanzen und Dingen, aber leider meistens die gleichen Gegner. Erreichen wir die Lichtsäule irgendwann, ist der Spieldurchlauf beendet, wir bekommen besondere Belohnungen und starten, wie bei einem Tod, wieder von vorne.

Wir können an Schwarzen Brettern mehr oder weniger zufällige Aufgaben annehmen. Hier gibt es meistens irgendwelche “töte 20 Skelette”, “Jage 10 Riesen” oder “verursache 10.000 Schaden” Quests. Manchmal gibt es auch NPCs, die uns Aufgaben erteilen, die nicht ganz so zufällig sind. Und dann gibt es auch große Sammelquests, wie zum Beispiel bei einem Bibliothekar, der uns seltene Relikte abnimmt und sie zu einer Sammlung zusammen fügt. Diese gesammelten Relikte überstehen auch den Tod oder den Neustart.

Dazu kommen dann ein paar ziemlich nett gestaltete Dungeons, beziehungsweise Random Dungeons, denn diese Höhlen, Schlösser, Gewölbe werden bei jedem Spielstart neu aus vorgegebenen Bauteilen erzeugt. In diesen gibt es zahlreiche kleine Rätsel zu lösen, oder wir müssen Schlüssel sammeln, um eine Tür an einer anderen Stelle zu öffnen. Hier bietet Holomento wirklich bereits in dieser frühen Fassung eine ganz nette Ideenkiste, aus denen diese Dungeons ausgestattet werden.

Technik, Grafik, Sound

Holomento wird mit der Unity Engine gebaut. Die Landschaften sind nicht super abwechslungsreich bisher, aber teilweise zaubert das Spiel erstaunlich hübsche Ansichten auf den Monitor. Die Grafikmodelle sind eher im Low-Poly Stil, aber durch eine schicke Beleuchtung in weiten Teilen des Spiels, wird daraus ein ganz angenehmes Ambiente.

Die Geräusche sind knapp gehalten, aber Vogelgezwitscher, Schlaggeräusche, ein wenig Monstergrummeln und Wasserrauschen am Bach bilden zumindest eine Basisvertonung. Die NPCs imitieren eine Art Pseudo-Sprachausgabe, aber diese empfand ich eher als störend, denn als Bereicherung fürs Spiel. Es gibt manchmal solche Pseudo-Sprache, wie bei den Sims, die ganz gut funktioniert, aber hier ist das leider nicht der Fall.

Alle Texte im Spiel sind bisher rein in Englisch. Andere Sprachen werden nicht angeboten.

Holomento Screenshots – Ingame Bilder

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Early Access – Zustand des Spiels und Meinung

Ich teste sehr oft Early Access Spiele. Hier weiß man gleich, das Spiel ist noch nicht fertig, es wird vermutlich in den nächsten Wochen und Monaten noch weiter entwickelt. Aber leider gibt es auch immer wieder schwarze Schafe, bei denen die Entwicklung irgendwann einfach einschläft. Oder als anderes Negativbeispiel, es gibt manche Spiele, bei denen die Entwickler jahrelang immer mal wieder dran herumbasteln, aber trotzdem niemals ein richtig fertiges Spiel daraus wird.

In manchen gegensätzlichen Extrem-Fällen, ist man sich gar nicht so sicher, warum die Entwickler Ihr Spiel überhaupt in diesen Status setzen. Weil manchmal bereits zum Early Access Start ein komplett rundes, fertiges Spiel dasteht und es das “Unfertige Baustelle” Warn-Label gar nicht gebraucht hätte.

Bei Holomento ist dieses Label wirklich angebracht. Das Spiel zeigt eine Versions-Nummer von 0.5.09 momentan und da man normalerweise davon ausgeht, dass eine Entwicklung mit Version 1.0 vorerst abgeschlossen ist, scheint mir hier noch ein langer Weg geplant zu sein. Es gibt auch einen Roadmap-Button im Hauptmenü, allerdings gelangt man damit zu einem sehr komplexen, wenig übersichtlichen Trello-Board (eine Art ToDo-Listen-Software). Dort stehen eine Menge Dinge, die bereits erledigt sind, aber so richtig kann man daraus leider nicht ablesen, wo die Reise noch hingehen soll.

Und viel zu tun ist da auf jeden Fall noch. Der Charakter steckt oft in irgendwelchen Steinen, Mauern oder anderen Bauteilen fest, als Lösung bietet das Spiel einfach eine “Unstuck” Funktion im Hauptmenü, die sogar meistens hilft. Aber so richtig toll ist diese Lösung nicht.

Das Inventory-System ist alles andere als bequem, manche Dinge kann man sammeln und verkaufen, aber Ausrüstung wie Kleidung oder Waffen kann man immer nur einmal dabei haben, und wenn man etwas anderes für diese Slots findet, muss man es wegwerfen. Das gefällt mir wirklich nicht so gut. Hier würde ich ein Diablo-Style Grid-Inventory viel besser finden, aber vermutlich würde das erfordern, dass jedes Item ein Icon bekommt, und derzeit geht alles mit reinem Text. Hier wäre noch einiges an Arbeit nötig, aber das derzeitige Inventar-System hat mich wenig begeistert, eher genervt.

Die Kämpfe sind manchmal ganz unterhaltsam, oft artet es aber in anhaltendes Weglaufen und Schießen aus. Geht man in den Nahkampf, ist das auch ganz interessant, aber dann braucht man öfter mal Heiltränke. Diese findet man zwar auch immer mal wieder, aber ihre Bedienung ist in irgendwelchen Untermenüs versteckt, die sich mitten im Kampf sehr sperrig bedienen lassen. Das Spiel bietet im Bereich Tränke eine interessante Auswahl, aber durch dieses umständliche Menü-System mochte ich sie gar nicht oft benutzen.

Die Dungeons sind teilweise richtig spannend gemacht, dieser Teil ist wirklich lobenswert. Und der Entwickler sollte wirklich überlegen, einige Features, die es bisher nur in den Dungeons gibt, auch auf die Oberwelt auszuweiten. Das würde dem Spiel bestimmt guttun.

Lobend muss ich sagen, dass mir Holomento niemals abgestürzt ist. Allerdings sind mir zwei Charaktere “draufgegangen”, weil sie irgendwo feststeckten, wo sie auch mit Unstuck und Neuladen nicht wieder herauszubekommen waren. Da half dann nur ein neuer Char.

Was mich auch noch sehr stört, ist das fehlende Gesicht der Charaktere und die sehr eingeschränkten Möglichkeiten bei der Charaktererschaffung. Weder kann man dem Helden irgendwie eine besondere Optik verpassen, noch Haare oder gar ein Geschlecht ändern, irgendwie gehört sowas zu einem Rollenspiel dazu. Und meine Frau hat mir gleich gesagt, sieht sehr interessant aus, ich würde das wirklich gern spielen, aber ich habe keine Lust einen Kerl zu spielen.

Holomento Early Access Review – Fazit

Holomento bietet einige besondere Ansätze und Ideen, die man nicht oft bisher findet. Und die 3D-Welt ist wirklich schick und umfangreich. Das RPG-System ist unausgereift und unfertig, aber es bietet einige interessante Ideen, die eventuell mal toll werden könnten, wenn sie etwas ausgereifter wären.

Und dies gilt irgendwie für das ganze Spiel, es wird vielleicht mal toll, wenn es mal ausgereifter ist. Aber für den derzeitigen Zustand empfinde ich die 19,99 € oder $ für ein halbfertiges Spiel ohne richtige Story und mit weitaus mehr großen Baustellen als Gegner-Modellen als etwas zu hoch gegriffen.

Falls Du durch das gelesene Interesse bekommen hast, würde ich erstmal noch genauer hinschauen, und vielleicht mal eine Demo spielen, wenn dazu mal eine angeboten wird. Außer natürlich, Du sagst knapp 20 Euro für vielleicht 5-6 Stunden Spielspaß sind völlig okay für Dich, dann zugreifen. Und wenn Du ein Riesen-Fan von Roguelite RPGs bist, könnte dies auch besonders interessant für Dich sein und zukünftig hoffentlich noch besser werden.

Eine richtige Wertung möchte ich dem Spiel momentan nicht geben. Meiner Meinung nach ist es einfach viel zu früh veröffentlicht worden. Vielleicht brauchte der Entwickler dringend Feedback von echten Spielern, um es weiterzuentwickeln, aber abseits davon ist die momentane Version eine wirklich sehr early, Early Access Version.

Holomento Steam Page

Holomento Homepage

Holomento Twitter

Holomento at GOG.com


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